Anziehung und Liebe

Anziehung ist im Grunde nichts anderes als ein biochemischer Vorgang, der im Gehirn durch die Produktion und Ausschüttung verschiedener Stimulanzien ausgelöst wird. Die Anziehung entsteht infolge visueller Reize und der damit verbundenen Wirkung, die dadurch im Gehirn erzeugt wird.

Fühlen wir uns zu jemandem im besonderen Maße hingezogen, wird in unserem Körper zuerst ein biochemischer Stoff namens Phenylethylamin (PEA) freigegeben. Das ist sozusagen das natürliche Amphetamin unseres Gehirns. Diese Substanz hat eine aufputschende und berauschende Wirkung, ähnlich wie das synthetische Rauschmittel Amphetamin. PEA ist also der Stoff, der uns sowohl körperlich als auch emotional in Wallung bringt, wenn wir von einer anderen Person stark angetan sind.

Schmetterlinge im Bauch

Sind zwei Menschen füreinander Feuer und Flamme, befinden sie sich im PEA-Rausch. Manche bezeichnen diesen Zustand als“Liebestaumel“ oder sagen sie haben „weiche Knie“ oder sie verwenden dafür den weitbekannten Begriff „Kribbeln im Bauch“. Ganz gleich, wie wir diese außergewöhnliche Situation auch beschreiben, Tatsache ist, dass diese Gefühlszustände alle auf die chemischen Wechselwirkungen die in unserem Gehirn und im gesamten Körper ablaufen beruhen, wenn wir uns im Zustand der Verliebtheit befinden.

Das Bedürfnis nach Nähe entsteht

Zusammen mit PEA wird auch der Botenstoff Dopamin freigesetzt. Die Kombination dieser beiden Substanzen ist dafür verantwortlich, dass wir das Verlangen haben, in der Nähe der Person sein zu wollen, von der wir uns angezogen fühlen. Wir spüren unmittelbar ein intensives Bedürfnis nach inniger Nähe.

Werden diese beiden Wirkstoffe in hohen Dosen abgesondert, senden diese Signale an andere Körperbereiche. Manchmal werden die Signale fehlgeleitet und die Anziehung beruht nicht auf Gegenseitigkeit. Auch kommt es vor, dass wir uns kurzzeitig von jemandem angezogen fühlen, doch auf dem zweiten Blick bemerken wir, dass sich unsere Gefühle dem anderen gegenüber völlig verändern. So kann es geschehen, dass die anfängliche Faszination auf dem zweiten Blick erlischt. Ein Beispiel für einen solchen Fall wäre, dass man sich so lange zu jemandem hingezogen fühlt, bis man tatsächlich mit dem Gegenüber ins Gespräch kommt und daraufhin die Anziehung endet. Andererseits gibt es Fälle, in denen zwischen zwei Menschen gleich eine so starke Anziehungskraft besteht, aus welcher sofort eine Beziehung entsteht.

Es ist die erste chemische Reaktion, die bei zwei Menschen zum gleichen Zeitpunkt einsetzt, die eine besondere Anziehungskraft erzeugt und für das Gefühl der Liebe maßgeblich ist.

Sexualhormone – lustbringende Botenstoffe

Wenn zwei Menschen sich zueinander hingezogen fühlen, werden auch die Geschlechtshormone Testosteron und Östrogen freigesetzt. Diese steuern unter anderem das sexuelle Verlangen bei Mann und Frau. Hierdurch wird in der menschlichen Physiologie das angeborene Bedürfnis nach sexueller Vereinigung (Paarung) verstärkt. Interessant ist, dass wenn es zur Ausschüttung dieser Sexualhormone kommt, diese für bis zu zwei Monate im Körper bleiben. Dies signalisiert dem anderen, dass eine Anziehung vorhanden ist.

Jede Entwicklungsstufe einer Liebesbeziehung ist Teil eines Prozesses, bei dem verschiedene Substanzen im Körper freigesetzt werden. Entwickelt sich die Beziehung und die Anziehung beruht auf Gegenseitigkeit, werden, je nach Stadium der Liebe, weitere Stimulanzien im Gehirn sowie in verschiedenen Drüsen und Organen produziert und ausgeschüttet. Auf diese Weise kann aus einer anfänglichen gegenseitigen Anziehung eine innige Beziehung entstehen. Dieser im Körper ablaufende physiologische Prozess veranlasst uns dazu, eine Verbindung aufzubauen und uns geschlechtlich zu vereinigen.

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Kommentare (1)

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  1. Danke für den Artikel.Man kann vieles wissenschaftlich erklären und begründen, aber die Liebe bleibt trotzdem immer ein Rätsel.

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