Liebe auf Distanz: Die Vor- und Nachteile von Fernbeziehungen

Fernbeziehungen: Chancen und Risiken

Immer mehr Menschen finden sich in Fernbeziehungen wieder – derzeit leben rund 10 % der Deutschen ihre Liebe auf Distanz, Tendenz steigend. Der Umzug eines Partners muss nicht zwangsläufig das Aus für die Liebe bedeuten. Im Gegenteil: Oft bieten sich sogar Chancen, die Beziehung wachsen zu lassen.

Der Partner zieht weg – was nun?

Oft sind es berufliche Gründe, die den geliebten Menschen in die Ferne ziehen: Ein verlockendes Jobangebot, der Umzug des Unternehmens oder der heiß ersehnte Studienplatz kann uns zu einer Ortsveränderung zwingen. Für die Beziehung ist eine solche Situation ein Prüfstein. Schließlich werden bewährte Rituale, gemeinsame Routinen und der gewohnte Lebensrhythmus von einem Tag auf den anderen von bangen Fragen abgelöst: Wie oft werden wir uns sehen? Wird sich der Partner verändern? Wie gehe ich mit der Sehnsucht nach dem anderen um?

Liebe auf Distanz – Belastung oder Chance?

Zugegeben: Die erste Zeit einer Fernbeziehung kann sehr schwierig werden. Mit dem Partner scheinen auch die gemeinsamen Zukunftspläne in weite Ferne gerückt. Dazu kommt, dass sich der geliebte Mensch erst in sein neues Leben eingewöhnen muss – das neue Lebensumfeld, der neue Job, fremde Gesichter und viele unbekannte Eindrücke prasseln auf ihn nieder. In dieser Situation kann die Liebe zu Hause eine wertvolle Stütze sein: Wer bei einem Telefongespräch die vertraute Stimme hört, fühlt sich mit seinem alten Leben verbunden und kann die Herausforderungen des neuen gestärkt in Angriff nehmen. Der Partner zu Hause ist im besten Fall der Anker, der Beständigkeit in die turbulente Phase des Umbruchs bringt.

Vorsicht, Falle!

Wenn die eigene Wohnung plötzlich leer erscheint und die Abende lang und einsam sind, kann man unter Umständen in seltsame Versuchungen geraten: Der Fernseher bleibt stundenlang an, die tägliche Dusche ist nicht mehr erstrebenswert, und soziale Kontakte werden auf die lange Bank geschoben. In diesem Fall gilt nur: raus aus der Depressions-Falle!

Mach dich schick, treffe Freunde und tu dir selbst etwas Gutes! Wenn der Partner am nächsten Wochenende nach Hause kommt und ein Häufchen Elend vorfindet, belastet das die Beziehung mehr als die zeitweilige Trennung. Sorge für Gesprächsstoff, indem du etwas erlebst, das du auch gerne mitteilen möchtest. So bleibt die Beziehung lebendig und du entdeckst mitunter sogar einen Teil von dir selbst, der dir bislang unbekannt war. Liebe auf Distanz bedeutet schließlich nicht, dass du dich selbst aufgeben musst. Im Gegenteil: Genieße die Tage bis zum nächsten Wiedersehen in vollen Zügen. So vergeht die Zeit viel schneller und du kannst die gemeinsamen Stunden voll und ganz auskosten. Plane auch schon erfreuliche Aktivitäten für die Zeit nach dem nächsten Abschied. Wenn du etwas hast, worauf du dich freuen kannst, fällt dir die zeitweilige Trennung viel leichter.

Schaffe Gemeinsamkeiten

Die monatliche Telefonrechnung hat bereits astronomische Höhen erreicht? Spätestens dann ist es an der Zeit, ein paar sinnvolle Rituale zu finden, die Nähe schaffen. Habt ihr gemeinsame Hobbys? Nicht immer muss man diesen gemeinsam frönen. Lese doch das gleiche Buch, schaue dir den gleichen Film an oder tu etwas anderes, worüber du dich austauschen kannst. Für verspielte Menschen bieten sich auch Online-Rollenspiele an. Sie können gemeinsame Stunden in einer virtuellen Welt verbringen, Abenteuer erleben und Herausforderungen bestehen. So schaffst du Nähe und hast das Gefühl, miteinander statt nur nebeneinander zu leben.

Neben den vielen Möglichkeiten, die uns die neueste Technik bietet, gibt es aber auch noch eine schöne, altmodische Art und Weise, Nähe zu schaffen: Überrasche den liebsten Menschen in deinem Leben doch mal mit einem handgeschriebenen Brief. Dieser Liebesbeweis sorgt für eine positive Überraschung und zeigt, wie wichtig dir die Beziehung ist. Und was ist schöner, als einen Liebesbrief immer wieder zu lesen, wenn man sich gerade einsam fühlt?

Kontrolle – nein, danke

Erfolgreiche Fernbeziehungen stehen und fallen mit dem gegenseitigen Vertrauen. Eifersüchteleien und Kontrollanrufe sind fehl am Platz. Wer nicht genug Selbstvertrauen mitbringt, wird sich mit der räumlichen Distanz wohl sehr schwer tun. Aber genau hier liegt auch eine große Chance für die eigene Entwicklung: Entdecke deine Stärken und Vorzüge und entwickle dich weiter. Wofür hattest du bisher keine Zeit? Du könntest zum Beispiel interessante Kurse belegen oder an deiner Karriere arbeiten. Je größer dein Selbstwertgefühl ist, desto geringer wird das Bedürfnis, über jeden Schritt deines Partners informiert zu sein. Und der geliebte Mensch hat bei jedem Treffen das Vergnügen, völlig neue Seiten an dir zu entdecken.

Freiraum für die gemeinsame Zeit

Gemeinsame Urlaube, Feiertage und Feste: Gerade in Fernbeziehungen ist gute Planung das A & O. Wenn jedoch der Terminkalender anfängt, die Beziehung zu bestimmen, ist Vorsicht geboten: Die Romantik kann dann nämlich schnell zu kurz kommen. Achte deshalb ganz bewusst darauf, nicht jeden Moment deiner gemeinsamen Zeit minutiös zu verplanen, sondern lass Spielraum für spontane Ideen, die deine Stunden noch kostbarer machen.

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