Wie Liebesgefühle entstehen und was beim Verlieben in uns vorgeht

Verlieben sich Menschen, dann laufen im Gehirn bestimmte biochemische Prozesse ab. Oft sagen auch Verliebte, die sich im hohen Maße zueinander hingezogen fühlen: „Das fühlt sich gut an, das ist stimmig, hier stimmt die Chemie“.

Beim Vorgang des Verliebens werden verschiedene chemische Substanzen im Körper freigesetzt, wobei das Gehirn gewissermaßen genauso reagiert, wie bei Hunger oder Durst. Die naturgemäß unbewusst ablaufenden Vorgänge sind so ausgelegt, dass wir das Bedürfnis nach Liebe verspüren.

Aus evolutionärer Sicht wird hierbei zwischen 3 Abläufen bzw. Phasen unterschieden, in denen unser Gehirn beim Vorgang des Verliebens verschiedenartige stimulierende Wirkstoffe freisetzt.

Phasen des Verliebens

  1. Die Phase des sexuellen Verlangens bzw. des Begehrens
  2. Die Phase der romantischen Anziehung
  3. Gefühlsmäßig tief gehende Anziehung – das Bedürfnis sich zu binden

Eine tiefe Verbundenheit entsteht dann, wenn alle 3 Phasen durchlaufen werden. Viele Liebschaften verlaufen jedoch im Sand oder sind nur von kurzer Dauer, weil die zu einer dauerhaften Bindung erforderlichen biochemischen Vorgänge ausbleiben.

Erotisch-sexuelle Anziehung

Die erotisch-sexuelle Anziehung, das Verlangen und Begehren in der ersten Phase des Verliebtseins wird maßgeblich durch die Ausschüttung der beiden Sexualhormone Testosteron (beim Mann) und Östrogen (bei der Frau) geweckt. Diese erste Gefühlsphase kann bis zu einem Zeitraum von ungefähr 2 Monaten fortwähren. Wenn die Chemie stimmt, werden in den Gehirnzellen weitere Botenstoffe ausgeschüttet, die den Liebeszyklus in Gang halten.

Romantische Gefühle

Als zweites Stadium folgt die romantische Anziehung.
Hierbei entwickelt sich über das lustvolle Begehren hinaus das Bedürfnis nach individueller Freundschaft. Die verliebte Person beginnt nun romantische Gefühle gegenüber der anderen Person zu entwickeln und sieht diese als tatsächlichen unmittelbaren Anwärter für eine Partnerschaft an.
Die in diesem Stadium der Liebe aktivierten biochemischen Substanzen im Gehirn sind: Pheromone, Dopamin, Noradrenalin und Serotonin.
Die Betroffenen erleben ein euphorisches Hochgefühl aufgrund der freigesetzten Hormone. Dieses Stadium kann eineinhalb bis drei Jahre dauern.

Zusammengehörigkeit und Paarbildung

Nach Durchlauf der beiden ersten Phasen wird das dritte Stadium für eine langfristige Beziehung entscheidend sein.
Es sind die Elemente der Zuneigung und der Verbundenheit, die Dauerhaftigkeit und das Niveau von tiefer, anhaltender Liebe schaffen.

Verbundenheit in diesem letzten Stadium besiegelt Liebe mit Hingabe.
Während der Bindungsphase sind die Hormone Oxytocin und Vasopressin stärker zu finden, als in jeder anderen Phase der Verliebtheit.

Die Bedeutung der Chemie in der Liebe

Laufen bei zwei Menschen die biochemischen Vorgänge synchron in gleicher Weise ab, verlieben sie sich. Ist das jedoch nicht der Fall, wird es auch keine wirkliche Übereinstimmung geben. Das trifft dann zu, wenn im Gehirn des einen Menschen die biochemischen Vorgänge stattfinden, beim anderen aber diese Prozesse nicht ablaufen. Diese biochemischen Reaktionen lassen sich nicht bewusst herbeiführen, sie geschehen unterbewusst.

Für die „Liebe“ im Sinn einer Paarbildung, müssen bei beiden potenziellen Partnern gleichzeitig die chemischen Reaktionen erfolgen. Aufgrund dieser Tatsache wird sich eine Person oft mehr von einer anderen angezogen fühlen. Daraus ergibt sich eine ungleiche gegenseitige Anziehung.

Wir haben schon oft von anderen gehört, oder manches Mal selbst gespürt, wenn bei einem Treffen mit jemandem die Chemie nicht stimmte.
Dadurch wussten wir, dass die Person nicht die Richtige für uns ist.
Leider verstehen viele Leute nicht, dass bei der Partnersuche und auch beim Kennenlernen allgemein biochemische Abläufe in unserem Körper eine wichtige Rolle spielen.

Tatsache ist aber, dass es zur Empfindung von Liebe für jemanden einer chemischen Reaktion bedarf. Oftmals sprechen wir auch vom „gewissen Etwas“. Hierbei geht es aber nicht nur um die äußerliche Attraktivität, denn wie wir selbst wissen, kommt es genauso vor, dass sich zwei attraktiv erscheinende Personen überhaupt nicht zueinander hingezogen fühlen. Das liegt an der fehlenden chemischen Verbindung zwischen den beiden.

So kommt es zu einer natürlichen Reaktion, damit zwei Menschen auf eine bestimmte Art füreinander fühlen. Diese Emotionen kann man nicht erzwingen. Die fehlende Chemie zwischen zwei Personen ist somit häufig der Hauptgrund, warum Beziehungen nicht von Dauer sind oder scheitern.

Warum wir uns mit dem Thema Liebe ausführlich befassen sollten

Da die Liebe ein elementarer Bestandteil unseres Lebens ist und gerade weil bezüglich des Umgangs mit den Gefühlen der Liebe leider immer wieder sehr viel unnötiges Leid entsteht, ist es für jeden Menschen von großem Vorteil sich mit den Mechanismen und Abläufen, die geschehen, wenn wir uns im Zustand der Liebe befinden näher zu befassen. Denn Erkenntnis und Bewusstwerdung helfen uns dabei, eine Menge Schmerz und Kummer zu ersparen.

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