Was ist emotionale Intelligenz?

Die „Emotionale Intelligenz“ beschreibt als Sammelbegriff verschiedene Kompetenzen und Charaktereigenschaften, die die Beziehung eines Menschen zu sich selbst und anderen maßgeblich positiv beeinflussen. Der Begriff wurde in den frühen Neunzigerjahren des 20. Jahrhunderts von den beiden US-amerikanischen Psychologen Peter Salovey und John D. Meyer geprägt und durch die Publikation des Beststellers „Emotional Intelligence: Why It Can Matter More Than IQ“ des Journalisten und Psychologen Daniel Goleman einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

Menschen, die emotionale Intelligenz besitzen, sind im beruflichen und privaten Umfeld in der Regel erfolgreicher als Personen, die lediglich über einen hohen IQ oder eine hohe fachliche Qualifikation verfügen.

Grundlagen der emotionalen Intelligenz

Die emotionale Intelligenz beschreibt keinerlei intellektuelle Fähigkeiten und steht damit dem klassischen, an verschiedenen Begabungen und Auffassungsgaben messbaren IQ gegenüber. Noch im späten 20. Jahrhundert galt die allgemeine Meinung, Menschen mit einem hohen IQ seien automatisch beruflich erfolgreich. Studien und Beobachtungen durch Wissenschaftler konnten dies jedoch widerlegen.

Der Wissenschaftsjournalist Daniel Goleman begründete seine Theorie der emotionalen Intelligenz, die er in seinem Buch verarbeitete, auf seiner Frage, was genau erfolgreiche Menschen mit einem intakten Privatleben auszeichnete. Bei seinen Untersuchungen zeigte sich, dass Menschen mit bestimmten Eigenschaften sehr oft in Führungspositionen tätig oder in Berufen erfolgreich sind, die ein besonders diplomatisches Vorgehen im persönlichen Umgang notwendig machen. Diese Fähigkeiten, die unter den Begriffen Fingerspitzengefühl und soziale Kompetenz zusammengefasst werden können, prägen im täglichen Leben des Menschen alle seine Handlungen, Reaktionen und seine Wahrnehmung des eigenen Ichs.

Selbstwahrnehmung eines Menschen mit emotionaler Intelligenz

Menschen, die eine hohe emotionale Intelligenz besitzen, sind in der Lage, sowohl ihre eigenen Gefühle und Handlungen als auch das Verhalten und die sozialen Reaktionen ihrer Mitmenschen gezielt zu beeinflussen. Goleman führt in seinem Beststeller verschiedene Eigenschaften auf, die die emotionale Intelligenz definieren. Die wohl bedeutendste Fähigkeit eines Menschen mit hohem „EQ“ ist die Bildung einer realistischen Selbstauffassung, die das gesunde Selbstbewusstsein maßgeblich prägt.

Emotionale Intelligenz in Hinblick auf die Selbstwahrnehmung bedeutet, Gefühle, ganz egal ob positive oder negative, bewusst zu erleben und nicht zu verdrängen. Dies ermöglicht, sowohl die eigenen Stärken als auch Schwächen zu erkennen, anzunehmen und zu nutzen beziehungsweise zu verändern. Daraus resultiert die Fähigkeit, sein eigenes Verhalten an Situationen anzupassen, Emotionen zu steuern und zu regulieren und sich selbst und andere auch in problematischen Situationen zu motivieren. Menschen mit hoher emotionaler Intelligenz arbeiten daher oft in verantwortungsvollen Positionen und können mit beruflichen und privaten Krisen gut umgehen.

Ein hoher EQ im sozialen Miteinander

Ob im beruflichen oder privaten Umfeld, emotional intelligente Menschen übertragen ihre Fähigkeiten stets auf den Umgang mit anderen. Sie besitzen in der Regel eine hohe Kommunikationsfähigkeit, die nicht nur auf einem verständlichen Ausdruck basiert, sondern auch auf der Gabe, anderen zuzuhören und ihre Gefühle und Körpersprache richtig deuten zu können. Aus diesem Grund besitzen sie ein ausgeprägtes Taktgefühl, das es ihnen ermöglicht, die Bedürfnisse ihrer Mitmenschen zu erahnen und entsprechend zu handeln.

Emotionale Intelligenz geht Hand in Hand mit der Fähigkeit der Empathie, die es einem Menschen erlaubt, sich in andere hineinzuversetzen und eine für beide Seiten positive Beziehung aufzubauen. Menschen mit hohem EQ finden nicht nur schnell Anschluss, sondern besitzen auch das ausgeprägte Bedürfnis, Beziehungen und Freundschaften langfristig aufrechtzuerhalten. Sie sind in der Lage, ein intaktes Familien- und Privatleben zu führen und einen respektvollen Umgang mit Arbeitskollegen zu pflegen, da sie stets tolerant sind und auch Reaktionen und Handlungen anderer akzeptieren, die sie selbst möglicherweise nicht gutheißen.

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